Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Archiviert
Autor Michaela Fleck am 21. Dezember 2010
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Gesellschaft und Soziales

Warum werden sinnvolle AGHs beendet?

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

wir, die 20 aktuellen Teilnehmerinnen eines AGH Projektes , wenden uns heute direkt an sie. Seit 17.12.2010 wissen wir, dass dieses Projekt zum 1.1.2011 endet und wir in unser Karteileichendasein bei der Arge zurückkehren.

Aus den Medien ist uns natürlich bekannt, dass die Ein-Euro-Jobs in der Kritik stehen und dass Kürzungen geplant sind. Aber wenn es das eigene Projekt betrifft, sieht diese graue Theorie plötzlich rabenschwarz aus.

Warum wird ein Projekt gestrichen in dem sich engagierte Mitarbeiter um die Teilnehmerinnen kümmern? In dem alleinerziehende Mütter die Chance auf Integration im ersten Arbeitsmarkt bekommen, weil für ihre Kinder Betreuuungsmöglichkeiten geschaffen werden, in dem Frauen mit Migrationshintergrund in einem reinen Frauenbetrieb arbeiten können, in dem Qualifizierung der Teilnehmerinnen in den Bereichen Pädagogik, Hauswirtschaft und Bürowesen durch betriebsinternen Unterricht und Arbeitspraxis von kompetenten Fachanleitungen sichergestellt ist, wo, teilweise in der Freizeit Deutsch AG`s für die ausländischen Teilnehmerinnen angeboten werden, wo die Teilnehmerinnen die Möglichkeit zu Bewerbungen durch Unterstützung und zur Verfügungstellung der nötigen Materialien gegeben wird, wo Bewerbungen individuell und nicht nach Schema F für jede Teilnehmerin geschrieben werden, und und und...

Es mag Ein-Euro-Projekte geben, die nicht die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen, dieses gehört für uns Teilnehmerinnen definitiv nicht dazu. Hier werden 20 Frauen wieder in eine ungewisse Zukunft entlassen, das Gefühl etwas für sein Geld von Vater Staat zu tun, einem geregelten Alltag nachzugehen, in eine soziale Gemeinschaft eingebunden zu sein, das alles fällt für uns jetzt weg.

Man sollte an entsprechender Stelle mal über die Menschen, die hinter den AGH' s stehen, nachdenken. In den letzten 15 Monaten konnten viele Teilnehmerinnen aus unserem Projekt im ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen oder haben eine Ausbildung begonnen, wurden zu Tagesmüttern ausgebildet oder planen oder haben eine Weiterbildung begonnen. Dieses Projekt bietet seinen Teilnehmerinnen echte Perspektiven.

Warum wird dieses Projekt beendet? An mangelndem Erfolg wird es wohl kaum liegen.

Wir wissen alle, dass dieses Schreiben wenig Aussicht auf Erfolg hat, vielleicht wird es noch nicht mal an entscheidender Stelle gelesen. Wir alle würden unsere AGHs gerne behalten und die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. Vielleicht können Sie ja doch etwas tun.

Auch wenn wir auf ein nicht ganz so frohes Weihnachtsfest und einen Rutsch in ein wenig gutes Jahr blicken, wünschen wir Ihnen von Herzen frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2011.

Ihre ( Ex )-Teilnehmerinnen der AGH + wahrscheinlich drei neue Arbeitslose, denn ohne Projekt auch keine Fachanleitung und Sozialberatung

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