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Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Archiviert
Autor Helen Szemendera am 18. März 2013
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Bildung und Kultur

"Wahl"möglichkeit bei weiterführenden Schulen ad absurdum

Sehr geehrter Herr Nimptsch,
ich möchte Ihnen kritische Darstellung des Auswahlverfahrens in Bonner weiterführenden Schulen darstellen, mein Entsetzen darlegen und meine persönliche Betroffenheit ausdrücken. Ebenso habe ich dem Schulamt Bonn geschrieben, wie ich dieses Schul-„Wahl“-Verfahren erlebe.
Es liegt mir dabei fern, als „hysterische Mutter“ einen Aufstand zu verzapfen dafür, dass ein vermeintlich verwöhntes Kind alles praktisch, nah und ausgesucht bekommt. Stattdessen entnehmen Sie bitte, dass es mit der nun dritten Schulabsage in Folge eigentlich keinen „Plan D“ mehr gibt, bei dem ich das Gefühl hätte, den Alltag im Sinne einer anständigen Begleitung meines Kindes durch die Schullaufbahn (besonders den ohnehin anspruchsvollen Übergang) zu gestalten. Sowohl durch die dreimalige Ablehnung ist die Grenze der Zumutbarkeit überschritten, als auch durch den nun offenbar erzwungenen weiteren Schulweg. Für mich als alleinerziehende und berufstätige Mutter würde dies die gemeinsame Alltagsorganisation und Gewährleistung von Fürsorge und Aufsicht für mein Kind erheblich belasten.

Seit dem Spätsommer 2012 begann es mit dem, was bei der allgemeinen Informationsveranstaltung zu den Schulformen noch vermeintlich lustig als „ein Herbst füllendes Programm“ benannt wurde. Trotz relativer Begrenzung meiner Bemühungen auf bestimmte Schulformen und auf Erreichbarkeit gestaltete sich dies tatsächlich aufwendig: Elterninfoabende, Tage-der-offenen-Tür mit Kind, teils samstags aber teilweise auch mit Beurlaubung von meiner Arbeitsstelle bzw. meines Kindes vom Unterricht, weitere Termine zu „Voranmelde-„ oder Bewerbungsgesprächen in in Frage kommenden Schulsekretariaten, Beibringen entsprechender Formulare pro Schule.
Dies war alles schon sehr anstrengend und für Nicht-Betroffene in seiner Absurdität kaum vermittelbar. Jetzt befinde ich mich aber (trotz ganz normaler, uneingeschränkter Gymnasialempfehlung!) in der Situation, dass sich der ganze Aufwand nur noch als LÄCHERLICH präsentiert: KEINE der ausgesuchten (man findet ja im Herbst immerhin persönliche Kriterien wie privat/städtisch, Schwerpunktausrichtung, Fremdsprachenreihenfolge, Gefallen der Atmosphäre etc.), KEINE der sinnvoll-praktischen (nach APO-SI §1: Schulweg, Nähe zur besuchten Grundschule!!) Schulen wurde es. Stattdessen wird mit der schriftlichen Schulabsage ein nach den o.g. Kriterien völlig unsinniger Vorschlag formuliert: „Am xy-Gymnasium ist ein Platz für Ihr Kind bereit. Bitte setzen Sie sich umgehend mit der Schule in Verbindung“.
Ich fühle mich, gelinde gesagt, veräppelt. Was ich zuvor bei Erzählungen von Eltern früher umgeschulter Kinder noch als „so schlimm wird`s schon nicht sein“ abgetan hatte, trifft jetzt auf uns zu. Ich denke nicht mehr, dass wir ein „dumm gelaufener Einzelfall“ sind – zumindest nicht was die rechtsrheinisch-bonner Schulauswahl betrifft. Für mich als Mutter und andere Eltern mag es anstrengend sein – für die Kinder stellt es sich mir darüber hinaus als demotivierend und wirklich seelisch belastende Zumutung dar.

Daher meine Anfragen:
- in meinem Fall kann ich mir nicht vorstellen, dass die APO-Punkte "Schulweg" und "Entfernung zur bes. Grundschule" zutreffend einbezogen wurden - wie kann ich vorgehen?
- Sind Ihnen diese Missstände bekannt? In die APO-Umsetzung gehört nach meinem Dafürhalten auf jeden Fall, aber insbesondere unter eine sozialdemokratisch geführten Stadt, das Kriterium der Sozialverträglichkeit.
- meiner Ansicht nach sollte auch eine Schule qualitativ überprüft und entsprechend bei Mängeln zur Veränderung aufgefordert werden können. Wie kann dies aber erfolgen, wenn die nicht wahlgemäß aufgenommenen SchülerInnen einfach in eine offenbar nicht ausreichend ausgewählte (evtl weil nicht qualitativ empfohlene?) Schule "gesteckt" werden? Dies kaschiert doch die Versäumnisse und fordert zum unkritischen Weitermachen auf.

Mit freundlichem Gruß, Helen Szemendera

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