Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Gaby Zimmermann am 17. März 2010
5813 Leser · 41 Stimmen (-4 / +37)

Mobilität und Verkehr

Umgehungsstraße Pützchen wieder aktuell?

Sehr geehrter Herr Oberbrügermeister,

Ihr Antwort vom 3.3. an Cornelia Haasler auf Ihre Frage zum Thema Bildung und Kultur hat mich alarmiert.

Ihr Antwort enthielt folgenden Passus:
"Hinsichtlich der baulichen Situation untersucht das Stadtplanungsamt im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans zurzeit eine Verbindung von der Umgehung Bechlinghoven (L83n) über den Teufelsbachweg und Alaunbachweg zur Pützchens Chaussee mit dem Ziel, langfristig den Durchgangsverkehr auf den benachbarten Straßen (z.B. Marktstraße und Am Rehsprung) zu reduzieren und eine bessere Erschließung des Industriegebietes zu erreichen. Somit bestünde dann die Möglichkeit, die nicht mehr für den Kfz-Verkehr benötigten Straßen (unter anderem östlicher Teil des Holzlarer Weges, Verlängerung der Glückstraße) nur noch für Fußgänger und Radfahrer freizugeben."

Hintergünde meiner Frage:


- Die Umgehungsstraße würde sehr viel Verkehr von der B56 als Alternativweg anziehen, der die Anwohner am Rehsprung und vor allem Pützchen bis hin in das südliche Holzlar zulärmen würde
- Sie muss wohl ganz oder teilweise auf dem Fahrweg der RSE laufen. Und zwar unmittelbar neben Häusern, die bisher ruhig liegen. Hat jemand die RSE befragt, ob Sie Ihr Anrecht auf den Schienenstrang aufgebiet - ich glaube kaum!!!!
- Oder durch die sauren Wiese beim toom-Markt gehen, die eigentlich Gebiet in den Nationalpark Siebengebirge sein sollten.
- Selbst der stärkste Befürworter wird zugeben müssen, dass die L83n nicht das an Entlastung gebracht hat, was man den BürgerInnen mit ihrem Bau versprochen hat und was den Dimensionen des Baues entspricht. Will man hier etwa mit der Verlängerung mehr Verkehr "anlocken", um die Millionenausgaben für die L83n besser begründen zu können?
-Die L83n verschandelt mit Ihrer häßliche, überdimensionale Mauer genannte Lärmschutzwall die Gegend und der früher schöne, re-naturierte Fußweg Bechlinghoven-Holzlar wurde so zerschnitten, dass er nicht mehr attraktiv ist, die Verlängerung wird dies für den Rest des Gebites ziwschen Holzlar und Pützchen/Bechlinghoven bewirken. Spazierwege und Fußwegeverbindungen würden so zerschneiden, dass sie unattraktiv bis gefährlich sind. Wie soll eine Überquerungen möglich gemacht werden? Bisher können die Fußgänger die Umgehung L83n quasi "umgehen", dann wird eine Querung des Verkehrs unumgänglich sein.
- Auch der Schulweg des Kindes von Frau Haasler würde unumgänglich die Umgehung kreuzen. Und auch der Weg der Holzlarer Kinder (und je nach Lage auch aller Pützchener Kinder) zur Jugendfarm, die ebenfalls unmittelbar von der Umgehung betroffen wäre.
- Pützchen würde dies jedenfalls nur punktuelle geringfügig entlasten, aber mehr Punkten Lärm hinbringen, wo heute keiner ist.
- Es muss weiterhin die Zufahrt - und der Zuweg zu Fuss!!!-zum toom gewährleistet werden, so dass man die Nebenstraßen dort eben NICHT schließen oder weiter einschränken kann.
- Auch kann man die Straßen "Am Rehsprung" bzw. die "Verlängerung der Glückstraße" und Ihre Zufahrt zur Pützchens Chaussee nicht schließen oder beschränken, es sei denn man will das Waldcafe seiner Geschäftsgrundlage als Ausflugslokal und Hotel, nämlich die Errreichbarkeit mit dem Auto - berauben.

Meine Fragen:

Wir tatsächlich daran gedacht, diese Pläne aus den 70er Jahren noch um zu setzen? Wie konkret sind die Planungen? Wann soll eine Bürgerbeteiligung einsetzen und welche Bürgerinnen und Bürger werden wie informiert? Womit soll dies finanziert werden?

Anmerkung:

Ob nun Landes- und Städtische Mittel, alle sind knapp und alles sind auch meine Steuergelder, für die es sinnvollere Verwendungen gibt. Sofern die Antwort auf die erste Frage ja lautet, werde ich beginnen eine Bürgerinitiative dagegen zu gründen.

Herzlichen Dank für Ihre Antwort im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

Gaby Zimmermann

+33

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Jürgen Nimptsch am 27. Mai 2010
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Zimmermann,

zu Ihrer Anfrage möchte ich Ihnen den aktuellen Sachstand des Stadtplanungsamtes zu der geplanten Umgehungsstraße mitteilen.

Grundsätzlich haben die Überlegungen zu einer die Ortslage Pützchen entlastenden Verkehrsverbindung nie ihre Aktualität verloren. Bezüglich des ersten Abschnittes zwischen Pützchens Chaussee und Am Weidenbach wurde die baureife Planung zum Alaunbachweg in der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel am 29.08.2001 einstimmig beschlossen (siehe Drucksachennummer 0112134, http://www.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/01/0112134.rtf). Durch die Verlängerung des Alaunbachweges bis zur Pützchens Chaussee wird die Erschließung des Industriegebietes insbesondere für Lkw-Verkehr deutlich verbessert und Pützchen wird von Durchgangsverkehr entlastet.

Mit Beschluss der Bezirksvertretung Beuel vom 18.08.1999 (siehe Drucksachennummer 9930573, http://www.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/99/9930573.rtf) wurde die Verwaltung beauftragt, für den Teufelsbachweg in Verlängerung des Alaunbachweges zur Erschließung der dortigen Gewerbegrundstücke eine Planung zu erstellen. Die vorstehend zitierten Beschlüsse können Sie über die in den Klammern gesetzten Links aus dem Bonner Ratsinformationssystem abrufen.

Ziel dieser Verbindung ist es, langfristig den oftmals kritisierten Durchgangsverkehr auf den benachbarten Straßen wie z.B. Marktstraße und Am Rehsprung zu reduzieren. Infolgedessen bestünde dann die Möglichkeit, die nicht mehr für den Kfz-Verkehr benötigten Straßen nur noch für Fußgänger und Radfahrer freizugeben.

Zurzeit nutzen viele Bürgerinnen und Bürger aus Holzlar und Umgebung die Straße Am Rehsprung, um zum Toom-Markt zu gelangen. Durch die zu untersuchende Verbindung würde diese Straße entlastet. Die genaue Führung dieser neuen Straße liegt noch nicht fest. Es gibt bis jetzt verschiedene Varianten in Skizzenform. Keine davon würde auf dem Fahrweg der RSE laufen. Die verschiedenen Varianten für eine mögliche Linienführung des Teufelsbachweges werden in der Mitteilungsvorlage Verkehrskonzept Bechlinghoven (siehe Drucksachennummer 0611226, http://www.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/06/0611226.rtf) beschrieben, die Sie über den vorstehenden Link aus dem Bonner Ratsinformationssystem abrufen können.

Selbstverständlich sollen auch die Belange der Fußgänger berücksichtigt werden: Zum einen würde bei einer Verlängerung des Teufelsbachweges ein richtlinienkonformer Querschnitt, d.h. einschließlich Gehwegen, gewählt und zum anderen würden an Knotenpunkten auch sichere Querungsmöglichkeiten geschaffen. Heute gibt es z.B. beim Teufelsbachweg keine Gehwege, was vielfach auch bemängelt wird. Durch eine mögliche Neuplanung gäbe es eine klare Aufteilung, sodass es zu keinen Konflikten zwischen den einzelnen Nutzern kommen wird. Auch die fußläufige Erschließung des Toom-Marktes würde verbessert.

Auf die Erreichbarkeit des von Ihnen genannten Waldcafés würde bei einer Konkretisierung der Planung Rücksicht genommen.

Über die Bereitstellung der Haushaltsmittel zur Finanzierung des städtischen Anteils an den Kosten muss der Rat der Stadt Bonn zu gegebener Zeit entscheiden.

Das weitere Vorgehen ist wie folgt geplant:

Zunächst wird im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans die Verbindung von der Umgehung Bechlinghoven (L83n) über den Teufelsbachweg und Alaunbachweg zur Pützchens Chaussee grundsätzlich untersucht. Das Ergebnis wird noch im Laufe des Jahres 2010 erwartet.

Erst danach könnte, je nach Ergebnis, die Planung weiter erarbeitet werden. Hierfür wäre ebenfalls die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich, in diesem Verfahren würden dann auch die Bürger beteiligt. Die Grundlagenarbeit zum Verkehrsentwicklungsplan wurde bereits unter Beteiligung von Bürgern in den Stadtbezirken im Rahmen einer Auftaktveranstaltung sowie in Ideen-Workshops eingebracht. Den aktuellen Sachstand zur weiteren Bearbeitung des Verkehrsentwicklungsplans 2020 können Sie unter der Drucksachennummer 1011525 (http://www.bonn.de/bo_ris/daten/o/rtf/10/1011525.rtf) einsehen.

Mit freundlichen Grüßen