Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Matthias Grohs am 14. Januar 2013
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Gesellschaft und Soziales

Stadtbild / öffentliche Reklame auf Arabisch

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Bonns Erscheinungsbild wird in meinen Augen durch die Duldung bestimmter Außenwerbetafeln für Geschäftsräume erheblich beeinträchtigt.

Als Deutscher betrachte ich Reklameschilder in deutschen Städten, auf denen ausschließlich arabische Schriftzeichen zu erkennen sind, als nicht hinnehmbar. Zahlreiche Läden - besonders auffällig im ehemals ehrwürdigen Bad Godesberg - werben mit solchen Schildern.

Einige Ladenbetreiber sind zumindest insofern als "integriert" zu bezeichnen, als sie deutsche Übersetzungen auf (gesonderten) Schildern dem geneigten potentiellen Nichtaraber-Kunden zur Verfügung stellen.

Ich halte diese Art von Ordnungspolitik Ihrer Stadtverwaltung für inakzeptabel, es ist meines Erachtens eine Zumutung, dass ich von Außen nicht erkennen kann, welche Waren oder Dienstleistungen im Geschäft angeboten werden. Für mich stellen die entsprechenden Ladenbesitzer ihre Missachtung gegenüber Ihrer deutschen "Wahlheimat" sehr deutlich zur Schau.

Es gibt mittlerweile Stadtviertel, die orientalischen Orten mehr ähneln, als sie einen Besucher auf die "Bundesstadt" hinweisen. Das wirkt äußerst befremdlich auf mich. Eine Bereicherung ist dies nur bedingt. Einem vermeintlichen "Multi-Kulti-Charme" kann ich nichts abgewinnen.

Gerade im Hinblick auf die im wahrsten Wortsinn "um sich greifende" salafistische Szene Bonns stelle ich Ihnen folgende Fragen, um deren Beantwortung ich Sie bitte:

Wie viel Freiheit bezogen auf die Lebensweise und öffentliche Darstellung derselben wollen Sie den ausländischen bzw. immigrierten Bewohnern Bonns in Zukunft einräumen? Sehen Sie keine Gefahr für unsere Gesellschaft, wenn integrationsunwillige Personen sich durch oben beschriebene Toleranz seitens der Stadt in ihrer aggressiven Haltung bestärkt fühlen könnten?
Bitte nennen Sie mir die Rechtsgrundlage für solche rein exotischen Werbetafeln.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Grohs

+20

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 25. Juni 2014
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrter Herr Grohs,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die späte Beantwortung bitte ich zu entschuldigen.

Die Beschilderung von Geschäften bzw. Ladenlokalen ist - wie auch eine Kontrolle der Beschilderung – keine kommunale Aufgabe. Die Geschäfte selbst entscheiden, ob und wie sie ihr Angebot oder ihr Produkt bewerben oder darüber informieren. Es gibt keine Rechtsgrundlage, die eine deutsch- sprachige Beschilderung vorschreibt. Ob es sich um die Reparatur von Autofenstern oder um ein mediterranes gastronomisches Angebot handelt: Es steht jedem frei, dafür in Englisch, Italienisch oder Arabisch zu werben. Ich halte das auch für richtig. Gleichwohl kann ich Ihre Einwände nachvollziehen, denn in manchen Fällen wäre in der Tat ein Hinweis in deutscher Sprache hilfreich. Aber darüber befindet nicht die Stadtverwaltung.

Ihre grundsätzlichen Bedenken teile ich nicht. Weder ist fremdsprachige Beschilderung ein Indiz für Integration – jedenfalls nicht nur! – noch sind arabische, englische, türkische, spanische Beschriftungen pauschal gefährlich, aggressiv oder gar extremistisch. Von anderen Bürgerinnen und Bürgern höre ich, dass es ihnen sogar besonders gut gefällt, weil die Internationalität unserer Stadt dadurch deutlich wird. Auch wird oft auf andere Städte mit arabischen, türkischen o.a. Vierteln verwiesen, in denen ebenfalls Produkte und Dienstleistungen in der jeweiligen Sprache beworben werden. Was Sie also diesbezüglich ablehnen, finden andere Menschen besonders attraktiv.

Sollte Sie in Ihrem Viertel, Ihrer Nachbarschaft die Häufung von arabischer Werbung / Beschilderung beunruhigen, so empfehle ich Ihnen, das Gespräch mit den Geschäftsleuten zu suchen. Denn nur durch Gespräche können Veränderungen, so sie gewünscht sind, herbeigeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen