Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Sabine Röse-Moog am 21. November 2011
5570 Leser · 56 Stimmen (-4 / +52)

Mobilität und Verkehr

Schranke Dottendorfer Straße / Nahum-Goldmann-Allee

Sehr geehrter Herr Nimptsch!

Ich bin Lehrerin an der Montessorischule in Bonn-Dottendorf. Weil ich in Beuel wohne, fahre ich jeden Tag mit dem Auto über die A562, um dann über die oben genannte Allee links nach Dottendorf abzubiegen.

Dort hindert mich regelmäßig und über einen oft sehr langen Zeitraum die Schranken-Ampelanlage am Weiterfahren. Der General Anzeiger berichtete bereits im Dezember 2010 von vielen verärgerten Autofahrern, welche bei offener Schranke vor einer roten Ampel warten mussten.

Weil ich nun noch viele Berufsjahre vor mir habe, wüsste ich gerne, ob es sich lohnt, eine Initiative zu gründen, welche Geld sammelt, um die Stadt Bonn finanziell am Bau einer Unterführung zu unterstützen.

Ich denke, dass es viele Fürsprecher für dieses Projekt gäbe, weil nicht nur ich meine Lebenszeit vor dieser schrecklichen Schranke vergeude! Oder - weil ich von den rechtlichen Fragen einer solchen Gründung keine Ahnung habe - kann man ein Spendenkonto der Stadt einrichten, welches für diesen Zweck Spenden sammelt?

Mit freundlichen Grüßen

+48

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 23. März 2012
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Röse-Moog,

vielen Dank für Ihre Idee, mit Hilfe einer Spendeninitiative den Bau einer Unterführung des Bahnübergangs Dottendorfer Straße / Ollenhauerstraße zu unterstützen.

Grundsätzlich ist es ist möglich, allgemeine oder zweckgebundene Spenden anzunehmen. Es würde für den speziellen Fall ein Kassenzeichen eingerichtet, auf das der Spender überweisen bzw. einzahlen kann. Die Spendenannahme kann über das bestehende Bankkonto der Stadt Bonn bei der Sparkasse KölnBonn erfolgen. Sollten Sie sich entscheiden für den von Ihnen genannten Zweck zu spenden bzw. eine Spendeninitiative zu gründen, dann wenden Sie sich bitte zur Abstimmung der weiteren Vorgehensweise an die Fachverwaltung (0228-77-4491).

Lassen Sie mich noch einige Worte zum Stand der Planungen für eine Unterführung im Zuge der Dottendorfer Straße / Ollenhauerstraße sagen. Mit Ratsbeschluss vom 30.08.2006 wurde die Verwaltung beauftragt, die Schaffung weiterer niveaufreier Bahnübergänge zu prüfen und entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Aufgrund der Ergebnisse der daraufhin vorgenommenen Bestandsaufnahme zur Situation an den bestehenden linksrheinischen Bahnübergängen wurde die Standortsuche für eine zusätzliche niveaufreie Querung auf den Bereich zwischen Rheinweg und Annaberger Straße eingegrenzt.

In einer weiteren Untersuchung sind dann vier potentielle Standorte an den auf die Eisenbahn zulaufenden Straßen Marie-Kahle-Allee, Ollenhauerstraße, Olof-Palme-Allee und A 562 näher betrachtet worden. Diese Voruntersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Unterführung im Zuge der Dottendorfer Straße / Ollenhauerstraße aufgrund von verkehrlichen, finanziellen, umwelt- und planungsrechtlichen Aspekten am besten abschneidet.

Am 13.01.2011 beschloss der Planungsausschuss daraufhin die Vergabe zur Erarbeitung von Vorentwurfsvarianten zu einer möglichen Bahnunterführung an dieser Stelle sowie die Berechnung der Verkehrsverlagerungseffekte und der Leistungsfähigkeit auf den angrenzenden Straßenzügen.

Die Vorentwurfsvarianten, die Verlagerungseffekte und die Leistungsfähigkeit sind in der Zwischenzeit von den beauftragten Ingenieurbüros erarbeitet bzw. berechnet worden. Zudem haben verwaltungsinternen Abstimmungen und erste Beteiligungsrunden mit dem Friedrich-Ebert-Gymnasium und der DB Netz AG stattgefunden. Zurzeit befinden sich der Erläuterungsbericht und der Variantenvergleich des Ingenieurbüros in der Endabstimmung. Die Ergebnisse sollen in der ersten Jahreshälfte 2012 den zuständigen politischen Gremien vorgestellt werden. Hierbei sollen auch die Beschlüsse für das weitere Vorgehen eingeholt werden. Nach den ggf. ergänzenden Vorplanungen, Gutachten und weiteren Abstimmungsprozessen kann dann ein Beschluss zu einer der Vorentwurfsvarianten gefasst werden.

Daran anschließend folgt die detaillierte Entwurfs- bzw. Genehmigungs-planung. Parallel dazu müssen Planungs- und Durchführungsvereinbarungen mit der DB Netz AG u.a. auf Grundlage des Eisenbahnkreuzungsgesetzes abgeschlossen werden. In das notwendige Planfeststellungsverfahren kann - je nach Planungsstand - zeitversetzt eingestiegen werden.

Die Dauer des gesamten Verfahrens ist zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr schwer abzuschätzen. Je nach politischer Beschlusslage, planungsrechtlicher Situation sowie Klärung der Finanzierung kann dies unter Umständen bis zu 10 Jahre beanspruchen, bis mit dem Bau der Bahnunterführung begonnen werden kann. Dieser Zeithorizont wird auch durch ein privates finanzielles Engagement nicht verkürzt werden können.

Mit freundlichen Grüßen