Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Lydia Neitzel am 28. April 2010
5898 Leser · 49 Stimmen (-7 / +42)

Bildung und Kultur

Musikschuletat

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

die Musikschule Bonn stellt zunehmend Honorarkräfte als selbständige Mitarbeiter für den Musikunterricht ein. Besteht noch Hoffnung, daß diese Leute (hochqualifiziert, mit abgeschlossenem Hochschulstudium) wieder auf TVöD-Basis eingestellt werden?
Für eine Honorarkraft gibt es im Krankheitsfall oder bei Schwangerschaft und auch in den Ferien keine Vergütung, die Bezahlung liegt bei 23 Euro pro Dreiviertelstunde. Von diesem Geld muß die Honorarkraft sich selbst Kranken- und Pflegeversichern und sich eine Rente verdienen, zudem hat sie keine Planungssicherheit, da die Honorarverträge in der Regel nur für die Dauer eines halben Jahres abgeschlossen werden.
Diese Leute leisten die gleiche Arbeit wie die TVöd-Kräfte und bilden mit hohem Engagement unsere Kinder aus.
Vielleicht kann ja wenigstens in Bonn die Fahne hochgehalten werden und die berufliche Tätigkeit des Musikpädagogen an der Musikschule anständig honoriert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Lydia Neitzel, Klavierlehrerin

+35

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 02. Juni 2010
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Neitzel,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Beschäftigung von Honorarkräften in der Musikschule der Stadt Bonn. Die Musikschule gehört zu den wichtigsten Einrichtungen der kulturellen Bildung in Bonn. Mit ihrem Kernangebot in den Bereichen Elementare Musikerziehung, Instrumental- und Vokalunterricht und Ergänzungsfächern leistet sie Breitenarbeit und führt besonders begabte junge Menschen durch spezielle Fördermaßnahmen und die Begleitung in den Wettbewerben, wie beispielsweise "Jugend musiziert", an eine musikalische Berufsausbildung heran.

Dies alles kann die Musikschule nur mit engagierten Musiklehrerinnen und -lehrern leisten. Zur Zeit verfügt die Musikschule über rund 130 Musiklehrerinnen und - lehrer, die unbefristet oder auch zeitlich befristet nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bei der Stadt angestellt sind. In der Tat wird zur Zeit überlegt, ob die Stadt gerade auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltssituation dazu übergehen muss, die eine oder andere freiwerdende Musiklehrerstelle in Zukunft nicht wieder zu besetzen.

Da es mir aber wichtig ist, dass junge Menschen am Musikunterricht teilnehmen, prüfen wir, ob wir in Bonn - wie im Übrigen auch in anderen nordrhein-westfälischen Städten bereits praktiziert - einen kleinen Teil des Musikschulangebotes über die Beauftragung von Honorarkräften abdecken können.

Selbst wenn wir uns für diesen Weg entscheiden sollten, wird es selbstverständlich auch in Zukunft weiterhin TVöD-Stellen bei der Musikschule geben, die dann auch bei einer Wiederbesetzung öffentlich ausgeschrieben werden.

Mit freundlichen Grüßen