Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Archiviert
Autor Mélanie Zaidi am 04. Januar 2011
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Politik und Verwaltung

Kitas - erfüllt KIGAN-Portal seinen Zweck?

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

Seit einem Jahr wohnen wir in dem neuen Siedlungsgebiet In den Weingärten, in Bonn Lengsdorf. Es sind über 150 Wohneinheiten mit ebensoviele Familien, davon ein Großteil mit Kleinkindern bzw. in dem nächsten Jahr Neugeborenen. Unsere eigene Kinder (26 und 11 Monaten) haben wir bereits kurz nach unserem Einzug Jahr in verschiedenen öffentlichen Kitas in unserem Bezirk über KIGAN angemeldet, da die Stadt für dieses Anmeldeverfahren stolz - und in der Theorie mit Recht - wirbt.

Doch die Praxis blieb enttäuschend, denn die wenigsten Einrichtungen meldeten sich überhaupt zurück und das Greifen nach dem Telefon, das Durchkämpfen bis zu den Direktorinnen, das Gelangen auf die Warteliste blieb uns wie der Mehrzahl der Bonner Familien auf der Suche nach einem Platz nicht ersparrt.

Welchen Sinn macht also ein solches Angebot seitens der Stadtverwaltung? Erfüllt dieses Portal einen rein statistischen Zweck?

Auf Nachfrage in den Einrichtungen, die für uns in Frage kommen, erfuhren wir, dass im Durchschnitt für das nächste Schuljahr 2011/2012 4 Plätze frei werden für 80 Anmeldungen! Von den U3-Plätzen ganz zu schweigen! Wenn man bedenkt, dass die wichtigsten Aufnahmekriterien Geschwisterkinder und Alter lauten, gibt es für das älteste Kind einer Familie, das erst im Oktober 2011 3 Jahre alt wird, kaum eine Chance, weder in der einen noch in der anderen Gruppe.

Private Einrichtungen und Tagesmütter sind für eine 45-Stunden-Woche kaum zu bezahlen. Die wenigen Elterninitivativen können bei weitem den Bedarf nicht decken.

Wie sollen da Berufstätigen nach dem ersten Jahr Elternzeit problemlos wiedereinsteigen?
Der Stadtverwaltung sollte bereits seit längerem bekannt sein, dass in Lengsdorf ein neues familienreiches Wohngebiet entstehen würde. Warum wurden die umliegenden Einrichtungen nicht rechtzeitig dementsprechend vorbereitet?
Warum ist es so schwer, in der Bildung unseres Nachwuchs zu investieren? Vor allem wenn man bedenkt, dass dadurch sowohl die Eltern wieder arbeiten - also auch zu einem wirtschaftlichen Gewinn in verschiedenen Bereichen für die Stadt beitragen - als auch neue Arbeitsplätzen geschaffen werden - und somit auch neue Steuerzahler!
Die von Ihnen angesprochenen 1.604 Plätze sind als Gesamtzahl zwar beeindruckend, in der Realität jedoch leider nur einen Tropfen auf dem heißen Stein.

Ich bin Französin, das werden Sie an den Sprachfehlern gemerkt haben, und solche Verhältnisse sind in meiner Heimat undenkbar. Doch hier in Deutschland, hier in Bonn lebe und liebe ich zu leben! Warum schafft der deutsche Staat den Sprung in den familienfreundlichen 21. Jahrhundert nicht?

Sie bitten um Meinungen, Anregungen, Hilfe für die Gestaltung einer besseren Stadt. Wir möchten uns gerne dabei einbringen und engagieren. Es geht aber nur, wenn dafür die Voraussetzungen geschaffen werden. Und Sie sind dafür zuständig! Helfen Sie uns, Ihnen zu helfen!

Mit freundlichen Grüßen und verspäteten, besten Wünschen für das neue Jahr 2011,

Familie Zaidi

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