Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor blixabarword L. am 12. Februar 2010
6790 Leser · 44 Stimmen (-7 / +37)

Gesellschaft und Soziales

Kitaplätze für alle?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich würde mich gerne bei Ihnen erkundigen, wann und wie die Stadt Bonn den Mehrbedarf an Kita-Plätzen für unter 3-Jährige in den kommenden Jahren zur Verfügung stellen will.

In der Südstadt z.B. besteht ein stets steigender Bedarf an Betreuungsplätzen für U3 Kinder. Seit geraumer Zeit frage ich mich, warum diesem Mehrbedarf seitens der Stadt Bonn nicht nachgekommen wird. Abseits der Debatte, ob Akademikerinnen nicht auch mal 3 Jahre zu Hause bleiben sollen, ist es für manche Familien schlichtweg unmöglich, nur von einem Gehalt zu leben.
Ja, es gibt die Betreuung durch die Tagesmutter, doch fragen Sie sich einmal, wie eine allein erziehende Mutter dies bezahlen soll?

Gelder zum Bau für neue Kitas werden vom Bund zur Verfügung gestellt, doch warum werden diese nicht verplant, vergeben, verbaut?
Das Gebäude neben der Stadtbibliothek steht leer, ein weiteres auf der Kaiserstraße unweit des Buchladens 46.

Als mein Sohn noch lange nicht geboren war, war es bereits zu spät ihn für einen Betreuungsplatz anzumelden.
Die Telekom kauft einfach 5 Kita-Plätze! Können das Normalbürger denn auch?

Über Antwort freut sich A.Leipold

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 29. März 2010
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Leipold,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage zur Situation der Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren in der Stadt Bonn. Ihre Frage steht stellvertretend für eine Vielzahl von Müttern und Vätern, die sich bereits an mich und die Vertreter/-innen der Ratsfraktionen gewandt haben.

Mir ist bewusst, dass insbesondere Alleinerziehende mit erheblichen Einkommenseinbußen den Lebensunterhalt bestreiten müssen. Neben der Einkommenssituation bedingen vielfach auch berufliche Zwänge, so bald wie möglich wieder in das Arbeitsleben zurückzukehren. Meiner Ansicht nach gilt es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesellschaftlich zu etablieren und von allen Beteiligten zu fördern.

Die Stadt Bonn hat, neben weiteren Trägern im Stadtgebiet Bonn, in den vergangenen Jahren ganz erhebliche finanzielle und personelle Anstrengungen unternommen, um das Betreuungsangebot in Tageseinrichtungen für Kinder unter 3 Jahren einzurichten und weiter auszubauen. Hierzu werden auch die von Ihnen angesprochenen Mittel des Bundes aus dem Konjunkturpaket II verwendet. Allein die Stadt Bonn investiert aus diesem Ansatz aktuell rund 7,3 Mio. EURO in den Neubau von Kindergärten.

Mit der in der letzten Sitzung am 18.02.2010 vom Stadtrat beschlossenen
Jugendhilfeplanung für das kommende Kindergartenjahr 2010/2011 werden, bei Umsetzung aller Baumaßnahmen in diesem Zeitraum, insgesamt 1.604 Plätze für die Altersgruppe der unter 3-jährigen Kinder zur Verfügung stehen. Hinzu kommen 638 Plätze in der Tagespflege. Ergänzt um das Angebot in betrieblichen und privatgewerblichen Einrichtungen haben wir damit im Stadtgebiet Bonn zum Ende des Kindergartenjahres 2010/2011 eine Versorgungsquote von rund 32 % für Bonner Kinder im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren erreicht.

Gemessen an dem Angebot in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen ist dieser Wert ein gutes Ergebnis, aber unstrittig ist für die hohe Nachfrage ein weiterer Ausbau des Angebotes wünschenswert. Trotzdem müssen wir vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt Bonn auch in diesem Bereich entscheiden, was zukünftig noch finanzierbar ist und werden in den anstehenden Haushaltsberatungen hierzu eine schwierige Debatte führen müssen.

Mit freundlichen Grüßen