Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Birgit Honke am 16. November 2010
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Bildung und Kultur

Kammerspiele erhalten!

Sehr geehrter Herr Nimptsch!

Mit großem Entsetzen habe ich der Tagespresse entnommen, dass die Sanierung des Haushalts der Stadt Bonn zu großen Teilen auf Kosten des Theaters der Stadt Bonn vollzogen werden soll. Das kann und darf nicht sein!

Die Stadt Bonn wirbt damit, eine internationale Stadt mit vielen Bürgern aus verschiedenen Professionen zu sein. Um diese Klientel dauerhaft anzusprechen, gehört ein ebenso anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Freizeit- und Kulturangebot zu den Aufgaben der Stadt Bonn! Diesem Anspruch wird das Theater und Schauspiel der Stadt Bonn mit seinen niveauvollen, innovativen, modernen und auch traditionellen Stücken gerecht. Das Schauspiel in den Kammerspielen ist Teil dieses Angebots und nicht herauszulösen, ohne ein Vakuum besonders im eher tristen und manchmal langweiligen Bad Godesberg zu hinterlassen!

Viele Grundschulen im Godesberger und Bonner Raum nehmen jährlich das ausgezeichnete Angebot des Theaters der Stadt Bonn in den Kammerspielen in der vorweihnachtlichen Zeit wahr, um eines der Jugendtheaterstücke mit ihren SchülerInnen zu besuchen. Die Aufführungen sind zum Bersten voll begeisterter SchülerInnen.

Als Grundschullehrerin einer internationalen Grundschule nehmen Kolleginnen und ich seit Jahren mit 60-70 SchülerInnen mit Begeisterung an den Aufführungen teil! Welch eine Bereicherung und Chance, mit den qualitativ hochwertigen, unterhaltsamen, witzigen und innovativen Aufführungen Grundschüler in das Medium „Theater“ einzuführen! Wir haben Spaß und Freude an den Stücken, vergleichen die Medien, geschriebenes Wort, Theater, Film und führen unsere SchülerInnen auf hohem Niveau in unser Kulturgut ein.

Sie können uns dieses Angebot nicht nehmen! Welche Verarmung der Kulturlandschaft solch eine Entscheidung darstellen würde, ganz abgesehen davon, dass es eine völlig ungerechte Entscheidung wäre! Wie kann das Theater Bonn für Fehleinschätzungen (z.B. bezüglich des WCCB) der Stadt Bonn „bluten“ müssen? Es ist auffällig, dass die verlorene Summe durch den WCCB genau der einzusparenden Summe durch das Theater entspricht!!

Herr Nimptsch, als traditionelle SPD-Wählerin appelliere ich an Sie: Setzen Sie sich für das Theater der Stadt Bonn ein. Erhalten Sie uns, Ihren BürgerInnen, ein anspruchsvolles Freizeitangebot in Form des Theaters und der Kammerspiele!!

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Honke

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 04. Februar 2011
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Honke,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ihr Schreiben gibt mir Gelegenheit, darauf hinweisen, dass es bisher keine Vorschläge gibt, die auf eine Schließung der Oper oder des Schauspiels oder sonstiger kultureller Einrichtungen in Bonn hinauslaufen. Tatsache ist vielmehr, dass sich die städtischen Zuschüsse für den gesamten Kulturbereich von 56,7 Mio. EUR in 2010 auf 59,28 Mio. EUR in 2011 und 58,5 Mio. EUR in 2012 erhöhen werden. Vor dem Hintergrund unserer immer bedrohlicher werdenden Finanzsituation, können wir dieses hohe Niveau jedoch nicht auf Dauer beibehalten. Wir müssen in jedem Einzelfall prüfen, welche freiwilligen Leistungen, und dazu gehört die Förderung von Kultureinrichtungen, sich die Stadt in welchem Umfang noch leisten will und vor allem, welche sie sich noch leisten kann.

Aus diesem Grund hat der Rat die Verwaltung 2010 beauftragt, ein Gesamtkonzept für den Kulturstandort Bonn zu erarbeiten. Für die Erarbeitung dieses Konzeptes, das unter der Federführung des Kulturdezernenten, Herrn Martin Schumacher, entstehen wird, gibt es keine Vorgaben und auch keine Denkverbote, wie beispielsweise mögliche Kooperation mit anderen Theatern. Es wird zu klären sein, ob beim Theater wirklich schon alle Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit anderen Theatern geprüft wurden, also Kooperationen, mit denen die Effizienz gesteigert und die Kosten gesenkt werden, ohne künstlerische Substanz zu verlieren. Unser Ziel wird es dabei sein, ein 2-Sparten-Theater in Bonn zu erhalten; ob dies auch wie bisher an 2 Standorten möglich sein wird, muss einer Bewertung im Rahmen des zu erarbeitenden Kulturkonzeptes vorbehalten bleiben.

Persönlich vertrete ich dabei die Auffassung, dass die Spielstätte "Kammerspiele Bad Godesberg" zu erhalten ist.

In jedem Fall müssen wir zügig daraufhin arbeiten, ein in Vielfalt und Qualität attraktives Kulturangebot in Bonn und der Region zu erhalten und dieses auch zukunftsfähig zu machen und finanziell langfristig abzusichern.

Mit freundlichen Grüßen