Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Kim Walheim am 25. Mai 2013
3439 Leser · 48 Stimmen (-0 / +48)

Mobilität und Verkehr

Gefährdung von Kindern in der Osloer Straße

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

die Situation in unserer Straße ist für uns junge Eltern bedrückend:
Wir sind unter anderem hierher gezogen, da sich direkt vor unserer Haustür keine Straße, sondern lediglich ein Fußweg befindet (er verbindet die Osloer Straße mit der Straße An der Rheindorfer Burg). Ein Idyll für unsere Kinder, wie wir dachten. Leider stellte sich seit unserem Einzug vor 2 Jahren heraus, dass der Fußweg - besonders bei milderen Temperaturen - permanent von Radfahrern genutzt wird, die zudem viel zu schnell fahren, um rechtzeitig vor einem Kind bremsen zu können. Unsere spielenden Kinder werden an Sommertagen alle paar Minuten weggeklingelt (oder noch schlimmer: haarscharf passiert), obwohl sie jedes Recht haben, sich auf dem Weg aufzuhalten, ganz im Gegenteil zu den Radfahrern.
Ein von uns privat aufgehängtes Hinweisschild (spielende Kinder, bitte absteigen oder langsam fahren, kein Radweg) wurde täglich mit der Schrift nach hinten gedreht und schließlich gewaltsam abgerissen und in unseren Vorgarten geworfen. Solch aggressives Verhalten wird uns leider auch regelmäßig zuteil, wenn wir Radfahrer direkt ansprechen, doch bitte auf diesem Fußweg abzusteigen, um die Kinder zu schützen. Es wird schlicht behauptet, dies sei ein Radweg, dabei sind die Verkehrsschilder eindeutig.
Was wir immer befürchtet haben, trat leider vor einigen Tagen dann auch ein: Unsere zweijährige Tochter wurde von einem der Radfahrer angefahren. Sie hat sich (reines Glück!) nicht verletzt. Der Radfahrer sah sein Fehlverhalten keineswegs ein und sagte, wir sollen besser auf die Kinder aufpassen.
Ich machte sofort einen Anruf bei Herrn Reiß von der Straßenverkehrsbehörde, der mir verstörenderweise mitteilte, dass auf keinen Fall weitere Schilder, Piktogramme oder Polder genehmigt werden würden, da so gut wie niemand Interesse an der Angelegenheit hätte. Allein in unserem kleinen Abschnitt der Straße, um den es sich in diesem Schreiben handelt, wohnen 13 kleine Kinder! Ganz zu schweigen von der Vielzahl kleiner Kinder im näheren Umkreis. Wäre meine Tochter von Interesse gewesen, wenn sie bei dem Unfall schwer verletzt worden wäre? Ich bin sehr enttäuscht, mit unserer Not in dieser Sache so alleine gelassen zu werden.

Ich bitte Sie darum, uns zu helfen, unsere Kinder zu schützen! Ich sehe es nicht als Lösung an, die Kleinen nicht mehr auf dem Fußweg spielen zu lassen, sondern im Haus, wie von den Radfahrern gefordert.
Der einzige Ansatz, den Herr Reiß mir nannte, war, den Bezirkspolizisten ab und an Strafzettel bei uns ausstellen zu lassen - aber das ist doch unbefriedigend, es muss andere Wege geben, respektvoll mit einander umzugehen und auf seine Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.

Herzliche Grüße und Danke im Voraus,
Kim Walheim

+48

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 24. September 2013
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Walheim,

für die Sorgen um Ihre Kinder habe ich vollstes Verständnis.

Sie mussten leider bereits mehrfach erkennen, dass sowohl die offiziellen Verkehrsschilder (wonach es sich hier um einen reinen Gehweg handelt) als auch die privat aufgestellten Schilder von einigen Radfahrern vollkommen ignoriert werden.

Ich bedauere dies sehr, aber die städtische Verkehrslenkung und auch -überwachung kann hier leider keine weiteren Maßnahmen treffen, um das rüpelhafte Verhalten der Radfahrer zu verhindern. Die von Ihnen genannte Alternative, den Verbindungsweg zu schließen, würde zu unzumutbaren Umwegen nach Rheindorf für alle Beteiligten führen.

Der Hinweis meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Polizei um Kontrollen zu bitten, ist nach wie vor die einzige Möglichkeit hier einschreiten zu können.

Für den fließenden Verkehr - hierzu zählen auch Radfahrer - ist ausschließlich die Polizei zuständig.

Ich werde Ihre Erkenntnisse und Informationen jedoch nochmals an die Polizei weiterleiten verbunden mit der Bitte, die Kontrollen in dem betroffenen Bereich zu verstärken.

Mit freundlichen Grüßen