Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Jörn K. am 01. Februar 2010
6357 Leser · 44 Stimmen (-9 / +35)

Mobilität und Verkehr

Friede, Freude, Flughafenbahn

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

aufgrund des am Wochenende veröffentlichten Artikels im GA „Die S 13 fährt aufs Abstellgleis“ möcht ich gern wieder die Frage nach einer anderweitigen Realisierung der unumgänglichen Direktzugverbindung zum Köln-Bonner-Flughafen aufwerfen.

Das alternative Konzept der Zweisystemstadtbahnwagen steht allen Internetnutzern unter www.s13-bonn.de zur Verfügung, dort wird eine beeindruckende fachliche Unterstützung (SWB, VCD) für dieses Projekt zum Ausdruck gebracht. Auf den ersten Blick leuchten die Kosten- und Nutzenvorteile gegenüber der ursprünglichen Planung deutlich ein.

Meine Fragen zu dieser Variante:

1. Ist eine Beförderung mit Zweisystemstadtbahnwagen über die sanierte Kennedybrücke möglich?

2. Verfügt der Bonner HBF auf seinen vier U-Bahn Gleisen über die zstzl. Kapazitäten für die neue Flughafenlinie + einer mittelfristig beabsichtigten Aufnahme der Linien 61 & 62 (wg. Tieferlegung lt. Planungen zur Hardtbergbahn)?

3. Falls 1. und 2. positiv, wann beantragen Stadtrat oder Verwaltung eine neue Kosten-Nutzen-Analyse auf Landesebene?

Ich bin guter Dinge, dass dieser maßgebliche NKQ bei solch einem einleuchtenden Konzept die magische Grenze von 1 übersteigt. Ihnen wünsche ich jedoch viel Erfolg bei der politischen Anstrengung, um endlich unseren Flughafenzug gegenüber/mit der Deutschen Bahn zeitnah zu realisieren.

freundliche Grüße
Jörn K.

+26

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 15. März 2010
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrter Herr Jörn K.,

mit der geplanten Verlängerung der S13 bis Bonn-Oberkassel wird eine dicht getaktete Anbindung im Schienenpersonennahverkehr der Stadt Bonn nicht nur an den Flughafen, sondern vor allem auch an Köln und die rechtsrheinische Köln-Bonner Region geschaffen. Die S13 wird erstmalig eine Anbindung der Stadt an das S-Bahn-Netz des Landes herstellen. Die Arbeitsplatzschwerpunkte in Beuel-Süd und Oberkassel mit ca. 10.000 bis 12.000 Arbeitsplätzen erhalten direkten S-Bahn-Anschluss. S-Bahn und Straßenbahn werden am geplanten Haltepunkt Vilich sowie an einem rundum modernisierten Bahnhof Beuel optimal miteinander verknüpft.

Die Berichte in der örtlichen Presse über angebliche Kostensteigerungen wurden mir übrigens weder von der für die Planung, Organisation und Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zuständigen Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) noch von der DB Projektbau bestätigt
(siehe auch Pressemeldung vom 03.03.2010 http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/pressepo...).

Inwieweit zusätzlich eine Zweisystemstadtbahnlinie sinnvoll sein könnte, wird derzeit im Rahmen der Erstellung des neuen städtischen Verkehrsentwicklungsplans bereits geprüft.

Mit Ihrer Frage zu den Kapazitäten der vorhandenen U-Bahn-Strecken sprechen Sie jedoch ein Hauptproblem an. Wenn künftig zusätzliche Linien den U-Bahnhof Hauptbahnhof in der Hauptverkehrszeit anfahren würden, wäre dieser ausgelastet.
Ob und unter welchen Bedingungen die Aufnahme einer zusätzlichen Linie daher überhaupt machbar wäre, müsste umfassend und unter Zugrundelegung der zukünftigen Verkehrsentwicklung untersucht werden. Es ist jedoch sicher davon auszugehen, dass erhebliche Investitionen in das Bestandsnetz erforderlich würden. Zum einen müsste die Kapazität der Tunnelstrecken gegenüber heute durch Anpassung der Zugsicherungsanlagen erhöht werden. Zum anderen müsste durch Verlängerung vorhandener Bahnsteige auch auf den Außenstrecken der Einsatz längerer Züge als heute ermöglicht werden, um in den Spitzenzeiten die Zugfolge auf den Bestandslinien reduzieren zu können, ohne das Platzangebot für die Fahrgäste zu verringern.

Mit freundlichen Grüßen