Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Archiviert
Autor Heinz Dr siegel am 26. November 2010
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Bildung und Kultur

Die Oper muss weg!

Sehr geehrter Herr Nimptsch,
Die Bonner Oper sollte so rasch, konsequent und unverzüglich wie möglich abgewickelt werden.
Denn es muss dort gespart werden, wo es sich lohnt und keinen wirklichen Schaden hinterlässt.

Den mit 12 Mio grössten Posten unter den freiwilligen Ausgaben zu streichen bringt Einsparungen, die man mit der Schliessung von Toilettenanlagen etc. nicht annähernd erreichen kann.

Der typische Bonner bewertet aber nicht nur die Bedeutung einer Toilettenanlage höherrangig als die der unter kulturellen Aspekten bestenfalls Mitleid erregenden Bonner Oper, die zu gern Vorstellungen von sprichwörtlich schlechter Qualität ablieferte.

Die trübe Strahlkraft einer immens zuschussbedürftigen Provinz-Oper steigert noch den Leidensdruck des typischen Bonners angesichts z.B maroder Schulgebäude und vergammelnder Hallenbäder.

In peinlicher Konkurrenz zu renommierten Opernstndorten wie Baden-Baden, Bayreuth und Salzburg ist Bonn wohl die kleinste deutschsprachige Stadt die sich mit der Finanzierung einer zudem blamablen Oper abquält.

Eine stärkere Ausrichtung der Kulturpolitik auf das klassiche Bonner Aushängeschild Beehoven ist hingegen eine visionäre, mutige und richtige Idee, gegenüber der man die Konzeptionslosigkeit des Schauspiels Bonn als zielloses Geplätscher bezeichnen darf.

Beethoven's Schöpfung ist von zeitloser Genialität. Beethoven wird auch in hunderten Jahren noch gefeiert werden und sein Werk beinhaltet zahlreiche wenig bekannte Schätze, die zumeist mit vier Musikern in einer Tradition der überlieferten Bescheidenheit der Beethovenschen Lebengestaltung relativ preisgünstig aufgeführt werden können.

Da vermutlich zahlreiche Angestellte der Bonner Oper über 2013 hinaus in unkündbaren Arbeitsverhältnissen verbleiben werden möchte ich anregen, im Rahmen einer Kooperation mit Köln und / oder Düsseldorf dieses Personal ''auszuleihen'', im Gegenzug Kartenkontingente für Bonner Bürger zu reservieren und auch den Spielplan derart zu beeinflussen, dass z.B. Beethovens einzige Oper in Köln aufzuführen sei.

Eine Nonstop-Verbinung Bonn-Hbf zur opernnächsten Kölner Haltestelle der Strassenbahnlinie 16 könnte ebenfalls helfen, dem zu erwartenden Unmut über den Verlust der Bonner Oper entgegenzuwirken. Damit solche Transporte zu Sternfahrten der Bonner Opern-Vergangenheitsbewältigung werden können, empfehle ich, den ehem. Bonner Kulturdezernenten in Staffage mit Hofnarrenkostümen aus dem Opernfundus als idealisierter Verkörperung der alten Bonner Kulturauffassung, unentgeltliche Mitreisen anzubieten.

Wir sollten uns von überhöhten scheinkulturellen Idolatrien lösen, die die Funktionäre von Opern und Theatern als Wahnvorstellungen in unsere durch Kulturintoleranz-Vorwürfen zu leicht verängstigbaren Köpfe verankerten um Opern- und Theater- Seilschaften ungestört aus kommunalen Steuermitteln schmarotzen zu lassen.

In solchermassen enttabuisierter Sichtweise bedeutet die Schliessung der Bonner Oper nur das ersehnte Ende eines koketten Stelldicheins von Bildungsbürgern elitärer Selbstauffassung bzw. der peinlich misslungenen Selbstdarstellung, die unserer Stadt von hochgestellten Verwaltungsbeamten mit miefig-bürgerlich-konservativer Kulturauffassung aufgebürdet wurde, die ihrerseits die wahren kulturellen Leuchtfeuer Bonns stets verkannten.

Es ist ein Glück für unser Gemeinwesen, dass diese kostspielige Parallelwelt beendet wird, die mit einem Angang der realen Probleme unserer Stadt rein gar nichts zu tun hat. Denn die Oper nützt z.B. weder der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund noch der Bekämpfung von Kinderdiabetes, Bandenkriminalität o.dgl.

Abschliessend möchte ich zu Ihrer hervorragenden Idee gratulieren - zum ersten Mal seit Jahrzehnten fühle ich mich als Bonner Bürger von meinem OB rechtschaffen vertreten - und Ihnen die nötige Entschlossenheit ans Herz legen, das schon seit Verlust der Hauptstadtfunktion Sinnvolle, Richtige und Notwendige zu unternehmen

mfG
H.Siegel

+37

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