Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Janina Gloyer am 09. November 2011
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Sonstige

Bonner Weihnachtscircus mit »Wildtieren«

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

ich habe gesehen, dass die Stadt Bonn über Weihnachten einen Zirkus zu Gast haben wird. Das ist mit Sicherheit ein tolles Angebot. Um so erschreckender ist es jedoch, dass man sich für einen Zirkus entschieden hat, der Wildtiere hält (auf der Homepage wird stolz von einem Elefanten berichtet).

An dieser Stelle möchte ich Sie bitten, keinem Zirkus mit Wildtieren städtisches Gelände zur Verfügung zu stellen!!!

Leider werden die vorgeführten Tiere unter Anwendung von Gewalt "trainiert", man kettet Elefantenjunge an und umkreist sie mit brennnenden Fackeln, um sie zu desensibilisieren, arbeitet mit Elefantenhaken und Elektroschocks und nimmt den Tieren jede Möglichkeit, ihren natürlichen Bedürfnissen nachzugehen.

Ich halte es für falsch, Kindern zu signalisieren, dass es richtig sei, Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herauszuholen, sie gefangen zu halten und dazu zu nötigen, "Kunststücke" zu vollführen, nur um dem Menschen als Belustigung zu dienen. Im gleichen Atemzug erklären wir, dass Gewalt falsch ist - Tiere unsere Freunde sind!

Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn ein Zirkus, der ein Programm ohne Wildtiere anbietet und so einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Erhalt der Arten sowie zur Erziehung zur Menschlichkeit leistet, an dieser Stelle den Vorzug erhalten könnte. Auf diese Weise könnte Bonn ein friedlichen Fest für Tier und Mensch erleben!

mit freundlichen Grüßen,

Janina Gloyer

+48

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 17. Januar 2012
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrte Frau Gloyer,

ich freue mich, dass Sie sich für den Tierschutz einsetzen. Ohne die Mithilfe engagierter Menschen wie Sie, hätte der Tierschutz heute sicherlich nicht den aktuellen Stellenwert. Sie können sicher sein, dass mir der Tierschutz ein ebenso wichtiges Anliegen ist wie Ihnen.

Allerdings bitte ich auch um Verständnis darum, dass wir auf Grundlage von Recht und Gesetzen unsere amtliche Aufgabe ausführen müssen.

Insofern können wir natürlich nicht immer optimale Verhältnisse fordern, aber wir sorgen in jedem Fall dafür, dass die Mindestanforderungen erfüllt werden. Wichtig dabei ist uns insbesondere eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die alle Haltungsumstände mit einbezieht, auch diejenigen, die nicht in speziellen Leitlinien aufgeführt sind.

So sind wir auch in diesem Fall verfahren. "Tembo" wurde ursprünglich gemeinsam mit einem Partner gehalten, dieser ist aber verstorben und die Integration in eine Herde bzw. das Ersetzen des Partners waren nicht möglich. Von der für den Zirkus zuständigen Behörde wurde eine Erlaubnis zu Einzelhaltung erteilt, da der Ersatz des Sozialpartners sowie eine anderweitige Unterbringung nicht möglich waren und Gründe für die Tötung des Tieres nicht vorlagen.

Zusätzlich haben wir im Fall der Elefantendame "Tembo" auch noch einen Spezialisten hinzugezogen, der den Gesundheitszustand des Tieres beurteilt hat. Dabei wurden keine Tatsachen festgestellt, die ein Einschreiten von amtstierärztlicher Seite notwendig gemacht hätten. Es wurde ein guter Gesundheitszustand attestiert, auch am mentalen und psychischen Eindruck wurden keine Abnormitäten festgestellt.

Unter Berücksichtigung aller Aspekte sind wir nach meiner Überzeugung zu einer richtigen Einschätzung im Sinne der Tiere gelangt, auch wenn eine Haltung in Gefangenschaft niemals optimal sein kann.

Wir müssen uns dabei aber auch immer bewusst sein, dass die bereits in Gefangenschaft lebenden Tiere in den allerseltensten Fällen wieder ausgewildert werden können. Insofern muss es einen fließenden Übergang geben, der es den zum jetzigen Zeitpunkt noch in Zirkussen lebenden Tieren ermöglicht, einen würdigen Lebensabend zu erleben.

Mit freundlichen Grüßen