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Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Archiviert
Autor Frank Pfizenmaier am 01. November 2010
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Planen und Bauen

Baustelle Kennedy-Brücke

Sehr geehrter Herr Nimptsch,

ich würde Ihnen gern einige Frage stellen.

Ich wohne unweit der Kennedy-Brücke und habe den notwendigen und richtigen Umbau in den letzten Jahres aufmerksam verfolgt. Mehrere Dinge stoßen unangenehm auf dabei:

Erstens die zeitliche Verzögerung. April 2010 sollte die Brücke fertig sein. Komplett fertig, incl. der Pfeiler und Baustellenbereiche links und rechtsrheinisch wird die Fertigstellung vermutlich erst April 2011 erfolgen. Zumindest was das derzeitige Bauthempo betrifft.

Dazu meine erste Frage: Seit der Fertigstellung und Eröffnung der Fahrbahnen wirkt es so, als wären dreiviertel der Bauarbeiter abgezogen worden. Man sieht nur noch wenige Arbeiter tagsüber, die begonnen Einschalungsarbeiten am rechtsrheinischen Brückenkopf liegen seit Wochen brach. Wie kann das sein? Stimmt mein Eindruck und wenn ja, wo sind die ganzen Arbeiter hin? Welche Firma ist für den Bau zuständig? Es ärgert deswegen, weil Baulärm und Beeinträchtigungen durch die Baustellen für die Anwohner sich scheinbar unnötig in die Länge ziehen.

Ärgerlich ist auch, dass bei genauem Hinsehen vielerlei Baumängel sogar für den Laien erkennbar sind. So wirkt z.B. das erste Brückenelement auf der Südseite, welches rechtsrheinisch beginnt, eindeutig nicht sauber installiert. Bei genauem Hinsehen ist der Schwung des Brückenbogens leicht eingeknickt. Auch erkennbar an dem ungewöhnlichen Verlauf des Brückengelanders an der Schnittstelle zwischen Brückenkopf und Brückenelement. Verglichen mit den anderen Schnittstellen ist das auffallend.

Dazu meine zweite Frage:
Wie kann das sein ? Wurde hier unsauber gearbeitet und Steuergelder in den Sand gesetzt? Zumal es öfters Meldungen über Baufehler in der Presse gab - es wirkt so, als wäre hier reichlich gepfuscht worden.

Und nebenbei: Wer ist für dieses grausame Industriedesign der Brücke verantwortlich? Wer hat die drei Grüntöne an den Brückenseiten zu verantworten, die schon in sich nicht zueinander passen und dann auch noch mit dem Blau des Geländers eine unharmonische und unausgegorene "Einheit" bilden? Brücken sind Highlights einer Stadt und sollten zelebriert und gefeiert werden. Dies wurde hier leider völlig vertan.

Die Frage, warum die Strasse nicht zweispurig geplant wurde, ist schon oft diskutiert worden, die Antworten der Stadt sind meiner Meinung nach leider nicht hilfreich. Zumal die Gesamtbreite der Brücke dafür genauso hätte bleiben können wie jetzt. Man hätte nur den Fuß-und Radweg ein klein wenig schmaler gestalten können und die Abtrennung zwischen Straßenbahn und Strasse ebenfalls und schon hätte man eine zweite Fahrbahn UND einen immer noch ausreichend breiten und sicheren Bereich für Fußgänger und Radfahrer. Aber egal, da mag ich mich auch täuschen.

Was ich nicht verstehe ist aber, warum der Busverkehr nicht ebenfalls auf die Schiene verlegt wird? Dies ist meine dritte Frage. Dies würde den Verkehr etwas entlasten und den Schienenverkehr nicht stören.

Ich weiß, nachher ist man immer schlauer. Aber ich bin erst zu Beginn der Bauarbeiten nach Beuel gezogen und konnte mich insoweit nicht vorher informieren. Deshalb würde ich mich freuen, wenn ich auf meine Fragen bezogene detaillierte Antworten erhalten könnte.

Ich freue mich über Ihre Antwort und verbleibe mit

freundlichen Grüßen
Frank Pfizenmaier

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