Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Rainer Bohnet am 18. Januar 2010
8270 Leser · 51 Stimmen (-8 / +43)

Gesellschaft und Soziales

Alleinerziehende Frauen und Männer

Sehr geehrte Herr Nimptsch,

was kann aus Ihrer Sicht die Stadt Bonn tun, um die berufliche und finanzielle Situation alleinerziehender Frauen und Männer zu verbessern?

Freundliche Grüße

Rainer Bohnet

+35

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 16. April 2010
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrter Herr Bohnet,

vielen Dank für Ihre Frage, aus der ich Ihre Sorge um die Lebensperspektiven alleinerziehender Mütter und Väter entnehme. Die Stadt Bonn bietet ein großes Spektrum familienpolitischer Leistungen, die selbstverständlich auch alleinerziehenden Elternteilen zur Verfügung stehen. Nachfolgend möchte ich beispielhaft auf einige Angebote und Maßnahmen eingehen.

In der Diskussion des bedrückenden Themas Kinderarmut hat die Stadt sich das Ziel gesetzt, in einem Stadtteil modellhaft ein Netzwerk aufzubauen, das sich ausdrücklich der Unterstützung Alleinerziehender widmet. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir konnten aber zu einem sehr frühen Zeitpunkt feststellen, dass es die eine Gruppe der Alleinerziehenden nicht gibt. Alleinerziehende kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und keineswegs sind alle Alleinerziehenden selbstverständlich auf Transferleistungen und andere staatliche Unterstützungen angewiesen. Sie benötigen allerdings mehr als traditionelle Familiensysteme verlässliche Betreuung für ihre Kinder, um Elternschaft und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Der engagierte Ausbau der Bonner Bildungs- und Betreuungssysteme, wie Tageseinrichtungen und Tagepflegepersonen, mit Plätzen ab dem 4. Lebensmonat bis zur Offenen Ganztagsgrundschule ist gerade für diesen Personenkreis von großer Bedeutung.

Die Stadt hat nicht die Möglichkeit, in Berufstätigkeiten zu vermitteln. Das ist Aufgabe der Agentur für Arbeit und der ARGE. Gleichwohl liegt es im Interesse der Stadtgesellschaft und damit der Stadtverwaltung, dass möglichst jede Schülerin und jeder Schüler einen erfolgreichen Schulabschluss schafft und eine berufliche Ausbildung macht. Dafür investieren wir in die Bildungssysteme.

Seit zwei Jahren unterstützt die Stadt das Projekt "Modus", das zum Ziel hat, junge Mütter und Väter und hier besonders Alleinerziehende über eine Teilzeitausbildung den Einstieg in den Beruf zu ermöglichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden vom Projektträger Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands Gemeinnütziger e.V. intensiv sozialpädagogisch unterstützt. Während der theoretischen und praktischen Ausbildungszeiten werden die Kinder qualifiziert betreut. Für die Förderperiode 1.2.2010 bis 31.1.2011 erhält der Träger einen städtischen Zuschuss von 48.000 € und einen Zuschuss der ARGE Bonn in gleicher Höhe. Die Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse KölnBonn unterstützt das Projekt mit 10.000 €.

Dies ist nur eine Auswahl der familienpolitischen Leistungen der Stadt. Wir messen uns aber nicht an einzelnen Projekten, sondern an der Gesamtheit der Leistungen. Anspruch der Stadt ist es, in der ganzen Breite der Gesellschaft familienfreundlich zu sein.

Mit freundlichen Grüßen