Liebe Nutzerinnen und Nutzer von „direktzu Jürgen Nimptsch“,

vielen Dank für die rege Beteiligung auf diesem Portal in den vergangenen Jahren. Die Stadt Bonn wird in Kürze eine eigene Bürgerbeteiligungsplattform einrichten, auf der Sie dann eine vergleichbare Möglichkeit haben werden, Fragen an den Oberbürgermeister zu richten. Das Portal „direktzu Jürgen Nimptsch“ wurde Anfang November 2014 geschlossen. Ich freue mich ab dem 07. Januar 2015 auf Ihren Besuch bei „Frag den OB“ unter www.bonn.de.

Herzliche Grüße

Jürgen Nimptsch

Beantwortet
Autor Tobias Bathelt am 28. Januar 2013
4766 Leser · 31 Stimmen (-0 / +31)

Mobilität und Verkehr

Hardtbergbahn

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Nimptsch,

nicht nur bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtbergbahn), auch in einschlägiger Literatur oder in Fachzeitschriften wird seit Jahrzehnten kontrovers über die Planung einer so genannten Hardtbergbahn diskutiert.

Der entsprechende Artikel bei Wikipedia stellt die verschiedenen Planungen detailliert vor und endet mit einer Kompromissplanung.
In der lokalen Presse wurde dann zwischenzeitlich davon gesprochen, dass aus finanziellen Gründen das Vorhaben nicht weiter verfolgt wird. Weiterhin sind hier auch mächtige Bürgerinitiativen unterwegs.

Dennoch würde mich mangels weiterer Informationen interessieren, ob die Bundesstadt Bonn dieses Vorhaben des Baus einer neuen Stadtbahnstrecke Richtung Bonner Westen verfolgt? Wenn ja, wie realistisch ist die Einrichtung dieser - meines Erachtens - doch lukrativen anmutenden Strecke? Immerhin würden die Weststadt, Endenich und der Hardtberg schienenmäßig erstmals erschlossen. Es ist durchaus allgemeingültig festzuhalten, dass der "Schienenbonus" weitaus mehr Menschen zum ÖPNV bringt als eine Busverbindung.

Ich würde mich über eine Stellungnahme Ihrerseits sehr freuen und hoffe auf weiterführende Informationen.

Herzliche Grüße,
Tobias Bathelt

+31

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Antwort
von Jürgen Nimptsch am 25. Juni 2014
Jürgen Nimptsch

Sehr geehrter Herr Bathelt,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Die verspätete Antwort bitte ich zu entschuldigen.

Mit dem geplanten Bau einer Stadtbahnlinie vom Bonner Hauptbahnhof zum Hardtberg und der hiermit verbundenen Verlegung der Straßenbahnlinie 61/62 auf einem Teilstück des Linienweges zwischen der Haltestelle Stadthaus und der Haltestelle Petruskrankenhaus in einen Tunnel werden neue Verkehrs- verbindungen im öffentlichen Nahverkehr geschaffen. Sie stellen eine attraktive, leistungsfähige und wenig störungsanfällige Alternative im innerstädtischen Verkehr dar. Durch die Tunnellage in der Innenstadt werden zudem neue Gestaltungsspielräume an der Oberfläche gewonnen.

Entsprechend der geltenden politischen Beschlusslage wird derzeit das Planfeststellungsverfahren betrieben. Über die Dauer können wir zurzeit – auch angesichts der kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit – keine belastbaren Aussagen treffen. Je nach Betroffenheit während der Bauzeit und durch den späteren Trassenverlauf gibt es naturgemäß unterschiedliche Reaktionen auf das Projekt, die sich auch in den Anregungen und Eingaben im Planfeststellungsverfahren widerspiegeln. Ein Prozess, der bei allen größeren Verkehrsprojekten zu beobachten ist. Dabei ist die Planung der Hardtbergbahn keine Ausnahme.

Zurzeit werden die Eingaben der Bürgerinnen und Bürger im Planfeststellungs- verfahren durch Gutachter erörtert. Ziel ist es, die Planfeststellung abzuschließen und damit über Baurecht zu verfügen. Bis zum Bau sind dann weitere Planungsschritte erforderlich.

Die Beantragung der Finanzmittel und Zuschüsse sind ein wichtiger weiterer Schritt, da sich die Stadt Bonn ein solches Verkehrsprojekt ohne staatliche Förderung – zum Teil bis zu 90 % der Baukosten – nicht leisten könnte.

Der Ausbau der Strecke würde in der Umsetzung in mehrere Teilstrecken aufgelöst und schrittweise umgesetzt. Für die weiteren Planungs- und Ausführungsschritte sind noch ergänzende politische Beschlüsse auf Basis der Genehmigungen und Förderbescheide zu erwirken.

Alles in allem ein wichtiges Verkehrsprojekt für die Gesamtbetrachtung des innerstädtischen Verkehrs, das bis zu seiner Realisierung noch einiges an Detailarbeit erfordert.

Mit freundlichen Grüßen